Sternheim, Berta

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Berta Sternheim

Stolpersteinstandort: Do-Aplerbeck, Ruinenstr. 1

Datei:Stolperstein berta sternheim.jpg
Stolperstein für Berta Sternheim



Bertha Sternheim wurde als Tochter von Nathan und Adelheid Reiss am 18.11.1872 in Bobenhausen Krs. Schotten (heute Vogelsbergkreis/Hessen) geboren.


Sie heiratete am 23.8.1901 in ihrem Geburtsort den Viehhändler Sally Sternheim, * 20.5.1867 in Aplerbeck und zog zu diesem an seinen Heimatort. Die Ehe blieb kinderlos, doch lebte später eine weibliche Verwandte von Bertha Sternheim namens Raga/Recha Reiss als Ziehtochter im Hause.

Angaben zum Wohnort des Ehemannes und damit der Familie sind in verschiedenen Aplerbecker Adressverzeichnissen zu finden. Im Adressverzeichnis 1901 ist er mit der Anschrift Chausseestr. 29 und 1908 und 1914/15 mit der Anschrift Chausseestr. 18 zu finden. 1926 ist er unter der Anschrift Ruinenstr. 1 eingetragen.

Da mit der Eingemeindung Aplerbecks nach Dortmund auch dort Hausstandsbücher geführt werden mussten, kann der weitere Weg des Ehepaares anhand dieser Meldeunterlagen verfolgt werden.


Im Hausstandsbuch Ruinenstr. 1 sind dann drei Personen mit dem Namen Sternheim verzeichnet:


Ida Sternheim, * 26.2.1866, ledig, seit ihrer Geburt im Hause Ruinenstr. 1 wohnhaft. Sie war die Schwester des Sally Sternheim. Sie verzog am 5.3.1941 nach Schwerte, Bahnhofstr. 8. Über ihr weiteres Schicksal konnte bisher nichts ermittelt werden.


Der Ehemann Sally Sternheim, * 20.5.1867 in Aplerbeck, zog wahrscheinlich mit seiner Ehefrau nach einem schlecht lesbaren Eintrag am 6.10.1914 in das Haus Ruinenstr. 1.

Er verstarb nach der Angabe auf der Todesurkunde am 16.1.1939 in seiner Wohnung an „Herzschwäche“.


Die Ziehtochter Raga/Recha Reiss heiratete am 19.1.1934 einen Karl Baruch und verzog 10 Tage später nach Münstereifel.


Von Bertha/Berta – beide Schreibweise kommen in den Unterlagen vor – Sternheim, geb. Reiss/Reiß/Reis – auch hier sind veschiedene Schreibweisen feststellbar – ist anzunehmen, dass auch sie 1914 in das Haus Ruinenstr. 1 einzog. Einen Tag nach ihrer Schwägerin verließ auch sie den langjährigen Wohnsitz und verzog zum Brackeler Hellweg 146. Von dort aus wurde sie am 27.1.1942 nach Riga deportiert. Sie wird im Riga-Gedenkbuch in der Totenliste aufgeführt. Dort wird als letzter Hinweis auf ihre Person eine Lagerliste des KZ Stutthof aufgeführt. Da die Riga-Deportierten zumeist in der Jahresmitte 1944 nach Stutthof überstellt wurden, scheint sie trotz ihres fortgeschrittenen Alters die Strapazen des Rigaer Ghettos und der Folgelager noch überlebt zu haben. Sie wird wohl den mörderischen Bedingungen im Winter 1944/45 erlegen sein.


Herr Norbert Noczynski aus Aplerbeck ist im Besitz eines Berichtes eines Neffen von Bertha Sternheim namens Arie Goral-Sternheim aus dem weitere Details über die Familie Sternheim in der Ruinenstr. 1 hervorgehen.