Boenke, Friedrich/Fritz
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Boenke, Friedrich/Fritz
Friedrich/Fritz Boenke wurde am 5. November 1913 in Kirchlinde geboren. Seine Eltern trennten sich später und die Ehe wurde geschieden. Fritz Boenke verblieb bei seiner Mutter und wohnte, wenn er sich in Dortmund aufhielt, in deren Wohnung. Er war Arbeiter und ledig.
Fritz Boenke erfüllte von April bis Oktober 1937 seine Arbeitsdienstpflicht. Am 6. Februar 1939 wurde er für drei Monate zum Infanterie-Regiment 64 nach Soest eingezogen. Am 14. März des Folgejahres wurde er erneut eingezogen und kam zum Infanterie-Regiment 166. Im Rahmen dieser Einheit nahm er am gesamten Westfeldzug teil. Nach wenigen Wochen bei einer Schützen-Ersatz-Kompanie der Abteilung B wurde er am 1. September 1941 zum Infanterie-Ersatz-Bataillon 355 versetzt. Dieser Einheit gehörte er bis zum Lebensende an.
Boenkes Strafbuchliste ist eine Abfolge von sich steigernden Bestrafungen wegen „unerlaubter Entfernung“. Im August kehrte er nach einem Erholungsurlaub nicht zur Einheit zurück, sondern blieb in Dortmund, „um sich angeblich Arbeit zu suchen.“ Die Folge waren zwei Wochen Kasernenarrest. Am 29. Oktober erhielt er vom Gericht der 82. Infanterie-Division drei Wochen geschärften Arrest wegen „unerlaubter Entfernung“. Dasselbe Gericht verhängte nur rund drei Wochen später wegen desselben Delikts ein Jahr Gefängnis. Davon saß er bis Mitte März 1941 drei Monate ab. Am 25. Juni 1941 erhielt er wiederum von diesem Divisionsgericht zwei Jahre Gefängnis wegen „unerlaubter Entfernung in 2 Fällen zugl. weg. Verlassen des Postens im Felde“.
Am 27. Februar 1942 verurteilte ihn das Gericht der Division 159 in Frankfurt/M. ebenfalls wegen unerlaubter Entfernung zum Tode, den Verlust der Wehrwürde und der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Urteil wurde am 10. April 1942 in Eisenach vollstreckt. Der Leichnam vier Tage später eingeäschert und die Urne zum Dortmunder Hauptfriedhof überführt. Heute befindet sich sein Grab auf dem Ehrenfeld der Kriegs- und Bombenopfer des Dortmunder Hauptfriedhofs.

