Botschafter der Erinnerung bei OB Sierau

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Botschafter der Erinnerung zu Gast bei Oberbürgermeister Ullrich Sierau: Gemeinsam für Vielfalt, Toleranz und Demokratie

Gemeinsam mit 100 jungen Menschen aus ganz Deutschland nahmen Schüler und Schülerinnen der Droste-Hülshoff-Realschule (Kirchlinde) und der Johann-Gutenberg-Realschule (Wellinghofen) an einer Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz teil. Eingeladen hatte der "Zug der Erinnerung", der seit 2007 durch deutsche Bahnhöfe fährt und an die im Nationalsozialismus ermordeten Kinder und Jugendlichen erinnert.

Eingeladen wurden junge Menschen, die sich vor Ort in der Erinnerungsarbeit engagieren. Im Februar 2008 war der "Zug der Erinnerung" zu Gast in Dortmund. Begleitet wurde der Aufenthalt durch ein breites Netzwerk Dortmunder Organisationen und Institutionen, die sich in der "Interessengemeinschaft ein Erinnerungsportal für Dortmund - IG ErPort" engagieren. Schüler/innen der beiden Schulen trugen mit Ergebnissen ihrer lokalen Spurensuche zur Ausstellung im Zug bei.

Die Besichtigung der scheinbar unendlichen Lagerkomplexe, die Auseinandersetzung mit der Vernichtungsmaschinerie der Nazis und die Gespräche mit Überlebenden des Holocaust ließen den Schrecken des NS-Terrors erahnen. Das gemeinsame Erleben und der Austausch mit jungen Menschen aus ganz Deutschland wirkte der Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit im Angesicht des millionenfachen Leidens entgegen.

Ihre Aktivitäten in der lokalen Spurensuche helfen den Jugendlichen in der Auseinandersetzung mit der Erinnerung an den grausamen Massenmord. Die einzelne Biographie mit ihrem individuellen Schicksal macht den Schrecken nachvollziehbar. Engagement in der Erinnerungsarbeit und Aktivitäten gegen Rechtsextremismus gehören für beide Schulen zusammen. Ihre Aktivitäten verbinden in besonderer Weise Gedenken und Handeln. Sie gestalten Gedenkveranstaltungen im Stadtbezirk, verlegen Stolpersteine, entfernen Nazipropaganda, informieren über die Gefahren der Naziideologie und vieles mehr. Ihre Aktivitäten sind eingebunden in das Dortmunder Erinnerungsportal und den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.

Im Gespräch mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau berichten die jungen Menschen von ihren Eindrücken und Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit dem millionenfachen Leiden von Auschwitz, aber auch von ihrem alltäglichen Handeln gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister setzen sie sich ein für ein buntes Dortmund, in dem kein Platz ist für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Denn nicht nur für Ullrich Sierau gilt: "Dortmund ist eine vielfältige, lebendige und demokratische Stadt, in der Nazis mit ihrem kleinkarierten Weltbild und ihrer menschenfeindlichen Ideologie keinen Platz haben."

Ihren Beitrag dazu werden die Jugendlichen auch zukünftig leisten, denn sie haben ein Versprechen zu erfüllen. In Erinnerung an die Dortmunderin Hannelore Daniel, die im Alter von 16 Jahren in Auschwitz ermordet wurde, versprachen die jungen Menschen vor den Toren des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau:

"Kein Mensch hatte, hat und wird jemals das Recht haben, über Leben und Tod anderer zu entscheiden. Hannelore wir vergessen dich NIE!"