Capell, Hermann
Aus ErPort
Hermann Capell
Stolpersteinstandort: Do-Nord, Haydnstr. 37
Die Familie Capell bestand aus vier Personen:
Albert Capell, * 8.11.1893 in Rheinbach Krs.Bonn,
deportiert am 30.7.1942 nach Theresienstadt, von dort am 26.10.1944 nach Auschwitz
(wahrscheinlicher Tod Ende Okt./Anf. Nov. 1944 in Auschwitz), amtlich mit
Wirkung 31.12.1945 für tot erklärt.
Selma Capell, * 30.6.1897 in Schönebeck/Elbe,
deportiert am 30.7.1942 nach Theresienstadt,
von dort am 26.10.1944 nach Auschwitz (wahrscheinlicher Tod Ende Okt./Anf.
Nov. 1944 in Auschwitz), amtlich mit Wirkung 31.12.1945 für tot erklärt.
Hermann Capell, * 24.10.1923 in Hammelburg,
im Frühjahr 1941 endgültig aus Dortmund weggezogen,
verschollen - weiteres Schicksal bisher unbekannt, amtlich mit
Wirkung 31.12.1945 für tot erklärt.
Tochter Johanna Capell
Von den vier Mitgliedern der Familie Capell sind drei (Albert, Selma und Hermann) während des Holocaust umgekommen und wurden amtlich für tot erklärt.
Die Tochter Johanna überlebte die Deportation und wohnte später in New York. Sie trug den Nachnamen Lederer. Aus einem Wiedergutmachungsantrag ging hervor, dass ihr Ehemann Felix Lederer, tschechicher Nationalität, am 28.9.1944 verstorben ist. Da hier in Dortmund bisher keine Eheschließung nachweisbar ist, hat sie ihren Ehemann wahrscheinlich erst in Theresienstadt kennengelernt und geheiratet.
Die Familie Capell zog von Honnef kommend im Mai 1933 nach Dortmund in die Haydnstr. 37.
(Ausnahme: Die Mutter Selma, die bereits seit Januar 1933 in der Prinzenstr. 5 gewohnt hatte.)
Der Vater meldete sich 1933 noch zweimal nach Paderborn ab. Vom 8.5.33 bis zum wohl erzwungenen Wohnungswechsel im Oktober 1940 war der eigentliche Lebensmittelpunkt der Familie die Haydnstr. 37.
Die Tochter Johanna zog während dieses Zeitraums zweimal aus, kam aber meist nach wenigen Monaten zurück. Eine Abmeldung nach Amsterdam 1939 kann wohl als gescheiterter Emigrationsversuch angesehen werden.
Die Eltern und die Tochter Johanna verblieben in der Wohnung Haydnstr. 37 bis zum 12.10.1940, dann mußten sie in das "Judenhaus" Herbert-Norkus-Str. 6 umsiedeln. (Von beiden Anschriften sind die Hausstandsbücher erhalten und damit die Daten der Familie überprüfbar.)
Ein weiterer gemeinsamer Umzug erfolgte noch am 4.4.1942 zur Olgastr. 1b. Leider ist das Hausstandsbuch Olgastr. 1b bisher nicht ermittelt worden.
Nach dem Theresienstädter Gedenkbuch wurden die Eltern mit ihrer Tochter mit dem Transport vom 30.7.1942 nach Theresienstadt deportiert. Während die Tochter dort bis zur Befreiung verblieb, wurden Albert und Selma C. am 26.10.1944 (bei Albert C. taucht auch einmal der Termin 6.10.44 auf)nach Auschwitz verbracht. Dort verliert sich ihre Spur. Beide wurden offiziell mit Wirkung 31.12.1945 für tot erklärt.
Der Sohn Hermann befand sich zu einer landwirtschaftlichen Umschulung in Groß Breesen bzw. Hasenfelde bei Fürstenwalde. Ab 1937 sind mehrfache Zu- und Wegzüge eingetragen. Auch in der Herbert-Norkus-Str. 6 war er noch gemeldet.
Im Frühjahr 1941 verließ er aber für immer das Elternhaus. Sein weiteres Schicksal ist bisher unbekannt. Auch er wurde mit Wirkung 31.12.45 für tot erklärt.
Ein Wiedergutmachungsantrag wurde von der Schwester als Erbin eingereicht.