Damm, Alex

Aus ErPort

Wechseln zu: Navigation, Suche


Alex Damm

Stolpersteinstandort: Do-West , Burgwall 27

Datei:Stolperstein alex damm.jpg
Stolperstein für Alex Damm

Der Steuerberater Alex Damm sieht keinen anderen Ausweg als den Freitod, nachdem sein Nachbar ihn als homosexuell denunziert hat. Am 20. August 1936 wird er tot aus der Ruhr gezogen.


Der Rentner Hugo G. ist Zimmernachbar von Alex Damm. Schon länger hat er zahlreichen Herrenbesuch beobachtet, doch als er den Hitlerjungen Walter D. in Begleitung Damms sieht, erstattet er Anzeige,»weil ich mich als Staatsbürger dazu verpflichtet fühle, zumal ich den Beschuldigten vorher gewarnt habe«. Auch Damms Nachbarin Martha K. gibt am 9. August bei der Polizei zu Protokoll, Damm, der früher Pater gewesen sei, habe häufig Herrenbesuche gehabt.


Die Polizei kommt zu dem Schluss, der bereits vorbestrafte 49-Jährige habe mit dem 15-Jährigen eine emotional gefärbte, sporadisch intime Beziehung unterhalten. Über Walter gelangt sie zu einem Kreis von Homosexuellen.


Einer der daran beteiligten Männer hat Walter am Losverkaufsstand des Winterhilfswerks in der Nähe des damaligen Cafes Rohland in der Innenstadt kennen gelernt. Es ist zu wiederholten Intimitäten gekommen, Walter hat auch die beiden anderen Angeklagten besucht, die ihm meist geringfügige Geldbeträge zugesteckt haben.


Festsellung des Stadtarchiv Dortmund:


Alex Damm konnte im Hausstandsbuch Burgwall 27 ermittelt werden. Er zog dort Anfang Dezember 1935 zu. Unter Wegzug ist der Tod wie folgt vermerkt: „+ 20.8.36 – Standesamt Essen-Steele ohne Nr.“.


Als persönliche Daten waren im Hausstandsbuch angegeben:


Alex Damm, Steuerberater 8.12.1886 in Böhnhof Krs. Stuhm, (katholisch),

ledig, bei Neumann (Untermiete).


Um die persönlichen Daten aus anderen Quellen bestätigt zu bekommen, wurde versucht, den Aufenthalt des Alex Damm anhand von Adressbüchern und Hausstandsbüchern zu rekonstruieren.


Ein Alex bzw. Alexander Damm konnte in den Adreßbüchern 1914, 1921 1927, 1928, 1933-35 ermittelt werden.

1914 wird ein Krankenwärter in der Dudenstr. verzeichnet. 1921 und 1928 lautete die Berufsbezeichnung Bürogehilfe, 1927 Kaufmann.


Leider ließen sich die Angaben nicht alle anhand der Hausstandsbücher prüfen, da diese teilweise lückenhaft oder unlesbar waren. So ließ sich leider nicht feststellen, ob der Krankenwärter von 1914 mit dem späteren Steuerberater identisch war.


Anhand der feststellbaren Einträge in den Hausstandsbüchern ließen sich aber einige Dortmunder Anschriften fest zuordnen:


Schwanenstr. 64 (1927)

Kuhstr. 29 (1927/28)

Rheinische Str. 87

Saarbrücker Str. 19 (1933/34)

2. Kampstr. 29 (1934/35)

Kielstr. 40 (1935)

Burgwall 27 (1935/36)


In den überprüften Hausstandsbücher Kuhstr., Saaarbrücker Str. und 2. Kampstr. differierten zwar die Berufsbezeichnungen (Kaufmann, Bücherrevisor), die persönlichen Daten stimmen aber mit den Einträgen Burgwall 27 überein, so dass diese als gesichert angesehen werden können.