Katz, Dr. Albert
Aus ErPort
RA Dr. Albert Katz
Stolpersteinstandort: Do-Ost, Dreihütten Str. 8
Albert Katz wurde am 13.4.1904 in –Bodenfelde geboren.
Er zog im August 1930 – damals noch als Referendar - von der Kochstr. 26 in das Haus des jüdischen Textilhändlers Arthur Jordan in der Dreihüttenstr. 8.
Wann er aus Berlin nach Dortmund kam, kann nicht nachverfolgt werden, da die Haustandsbücher der Kochstr. bisher nicht ermittelt werden konnten.
Am 27.3.1931 heiratete er die Tochter seines Hauswirts Anne, *6.5.1906 in Dortmund, und zog mit ihr am 1.10.1931 nach Berlin. Das Paar kam am 25.6.1932 nach Dortmund in das Haus der Schwiegereltern/Eltern zurück, meldete sich aber am 24.6.33 wieder nach Berlin ab, um sich am 2.8.1934 erneut, diesmal aus den Niederlanden kommend, wieder in Dortmund anzumelden.
In dem Adressbuch 1933 ist Dr. Albert Katz als Rechtsanwalt mit einer Kanzlei am Ostenhellweg 61 und dem Wohnort Dreihüttenstr. 8 verzeichnet.
In den Jahrgängen 1936 und 1937 ist er als Versicherungsagent unter Dreihüttenstr. 8 verzeichnet.
Am 30.11.1936 wurde dort aus Nymegen/NL kommend auch die Tochter Gabriele in das Hausstandsbuch eingetragen, die am 25.8.1933 in London geboren worden war. Am 18.11.1936 meldete sich Dr. Katz nach Alkmaar ab, am 8.12.36 folgten Frau und Tochter.
Lt. Auskunft der Gedenkstätte Westerbork – Frau Jose Martin – ist die Familie 1940 nach Hilversum verzogen.
Nach der Wiedergutmachungsakte wurde die Familie am 23. Januar 1942 in das Lager 7.9.-28.9.1943 verlassen. (Frau Jose Martin von der Gedenkstätte Westerbork führt dies auf eine vermutliche Tätigkeit von Albert Katz für den Jüdischen Rat in Amsterdam zurück.)
Letztendlich erfolgt aber am 11. oder 12.1.1944 die Deportation von Westerbork nach Bergen-Belsen. Dort ist Dr. Albert Katz am 13.4.1945 – zwei Tage vor der Befreiung des KZs – nach dem Gedenkbuch des Bundesarchivs und der Yad-Vashem-Database verstorben. (Im niederländischen Gedenkbuch ist wohl als Todesort Uelzen angegeben. Wahrscheinlich wurde aber nur im Standesamt des Bergen-Belsen benachbarten Uelzen der Tod beurkundet.)
Für die Ehefrau steht in der Yad-Vashem-Database „missing“. Der Wiedergutmachungsantrag für Dr. Katz wurde von einer Anna Gersons aus Hilversum gestellt.
Da eine Namensgleichheit beim Vornamen vorlag, wurde beim Staatsarchiv Münster angefragt, ob dies die verschollene Ehefrau ist.
Aus der Antwort ging hervor, dass entgegen dem Eintrag „missing“ in der Yad-Vashem-Database die Ehefrau mit ihrer Tochter überlebten.
Lt. Auskunft des Landesarchivs NRW in Münster war die Antragstellerin des Wiedergutmachungsantrages Frau Anne Gersons – wie bereits vermutet - die Ehefrau von Herrn Katz, die inzwischen wiederverheiratet war.
Der Akte nach konnten Frau und Tochter das Lager Bergen-Belsen am 23.4.1945 verlassen und waren seit dem 13.7.1945 wieder in Hilversum gemeldet. Frau Katz/Gersons ist lt. Eintrag auf Ihrer Geburtsurkunde nach einer Meldung des Standesamtes Hilversum dort am 21.12.1982 verstorben.
Gabriele Katz lebte als Dorothy Ford um 1960 in San Francisco.
Bei der Internetrecherche konnte im aktuellen Telefonbuch eine Dorothy Ford ermittelt werden.
Dr. Albert Katz ist eindeutig ein Opfer der Shoah.
