Gollubier, Ewald

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Ewald Gollubier

Stolpersteinstandort: Do-Aplerbeck, Schürufer Str. 221

Datei:Stolperstein ewald gollubier.jpg
Stolperstein für Ewald Gollubier


Im Hausstandsbuch Schüruferstr. 221 sind fünf Personen mit dem Nachnamen Gollubier eingetragen, wobei es sich um die Eltern und ihre drei Söhne handelt.


Es sind dies:

Herm(ann) Gollubier, Kaufmann, * 9.1.1865 in Wentfin/Schwetz, verh(eiratet), isr(aelisch),

Pr(euße), Zuzug am 29.1.1920 von Wentfin, + 27.10.1934


Bertha (eigentlich Rebekka (Bert/ha)) Gollubier, geb. Caspari , * 11.2.1870 in Bukowitz/Schwetz , verh., isr., Pr. Zuzug am 6.12.1919, Wegzug am 28.3.1940 zur Stiftstr. 15.


Alfred Aron Gollubier , Kaufmann, * 11.1.1892 in Wentfin/Schwetz, l(edig), isr., Pr., Zuzug am

4.12.1919 aus Dortmund, Wegzug am 5.12.1939 zum Westhellweg 33.


Ewald Gollubier, Reisender, * 18.1.1898 in Wentfin/Schwetz, l(edig)., isr., Pr., Zuzug am 22.7.1929 aus Cottbus, Wegzug am 30.9.1932 nach Oberhausen, erneuter Zuzug am 9.3.1936 aus Oberhausen, Wegzug am 28.3.1940 zur Stiftstr. 15.


Herbert Gollubier, * 3.5.1905 in Wentfin/Schwetz, Zuzug am 5.7.1924 von Witten, Wegzug am 21.3.1938 nach Köln, erneuter Zuzug am 4.7.1939 von Köln, Wegzug am 28.3.1940 zur Stiftstr. 15.


Für die Gollubiers ergaben sich folgende weitere Meldungen:


Bertha nun als Berta Rebeka geb. Caspary, * 11.2.1870 in Rozano (wohl Roschanno) Kr. Schwetz, verw. eingetragen – Stiftstr. 15, 28.3.1940 bis 15.4.1942. – Wegzug zur Münsterstr. 80


Herbert Gollubier, nunmehr Tiefbauarbeiter – Stiftstr. 15 – Daten entsprechend Bertha G.


Ewald Gollubier, nunmehr Tiefbauarbeiter – Stiftstr. 15 - 28.3.1940 bis zum 28.8.1940 Wegzug nach Hausberge Kreis Minden.


Alfred Gollubier zieht am 15.9.1941 von der Münsterstr. 33 kommend ebenfalls zur Stiftstr. 15. Sein Wegzug am 15.4.1942 führt ebenfalls zur Münsterstr. 80.


Von der Münsterstr. 80 ziehen lt. Hausstandsbuch die drei verbliebenen Gollubiers, Berta, nunmehr der Geburtsname wieder Caspari und der Geburtsort mit Posano angegeben, Alfred, diesmal nur mit dem Vornamen Aron und Herbert am 25.7.1942 zur Prinzenstr. 9 . Dort werden aber nur Alfred und Herbert eingetragen.


Lt. Theresienstädter Gedenkbuch wurde Bertha Gollubier – dort als Rebekka eingetragen - mit dem Transport X/1 am 29.7.1942 nach Theresienstadt deportiert. Bereits am 23.9.1942 erfolgte die nächste Deportation nach Treblinka. Seitdem fehlt jegliche Nachricht von ihr. Sie dürfte wenige Tage nach dem Abtransport in Treblinka ermordet worden sein.


Der nächste feststellbare Eintrag für Alfred und Herbert Gollubier müsste eigentlich im Hausstandsbuch Münsterstr. 49 erfolgt sein, ist aber wohl eher der Münsterstr. 49 ½ zuzuordnen. Sie ziehen dort am 5.10.1942 bei Roitmanns ein. Da dort kein Wegzug eingetragen ist, bricht dort die Überlieferungskette ab.


Die Feststellung einer Deportation des Alfred/Aron nach Riga (W. Noczynski: Die jüdische Gemeinde im Amt Aplerbeck 1815 – 1945, o. O. 1995, S. 167), kann so nicht aufrecht erhalten werden. Seine Meldedaten gehen weit über das Dortmunder Riga-Deportationsdatum hinaus. Wahrscheinlich wurde ihm vom Autoren irrtümlich in einem Hausstandsbuch eine Notiz zugeordnet, die die darunterstehende Person betraf.


Im Widerspruch steht dazu wiederum ein Eintrag im Riga Gedenkbuch. In der „Totenliste“ des Transportes vom 13.12.1941 von Münster-Osnabrück-Bielefeld nach Riga wird Alfred Gollubier als einer der Deportierten aufgeführt, zusammen mit seinem Bruder Ewald und einer Anna Gollubier geb. Windmüller.

Bei Anna Gollubier dürfte es sich um die Ehefrau des Ewald Gollubier gehandelt haben. Für Alfred und Ewald sind noch Einträge in die Lagerliste des KZ_Stutthof aus dem Jahre 1944 verzeichnet.


Dieser Eintrag klärt zwar zumindest teilweise das Schicksal des Ewald, der danach entweder in Stutthof oder auf einen der Todestransporte gegen Kriegsende umgekommen ist, nicht aber das des Alfred. Zwar würde der Eintrag in die Lagerliste Stutthof für eine Deportation nach Riga sprechen, doch besteht hier ein Widerspruch zu den späteren Dortmunder Meldeeinträgen.


Die Entlassungsdaten der Firma Ebers & Kempner können die Vermutung aufkommen lassen, dass die Brüder Alfred und Herbert mit dem Transport Ende März/Anfang April nach Auschwitz deportiert wurden. Dies kann aber auch nur eine Vermutung sein.


Insbesondere die Widersprüche zwischen den Melde- und Deportationsdaten bei Alfred Gollubier lassen keine eindeutigen Feststellungen zu.

Entschädigungsanträge wurden in Dortmund für keinen Angehörigen der Familie Gollubier gestellt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass kein Familienmitglied die Shoah überlebte.


Yad Vashem hat Bertha, Alfred/Aron, Ewald und Herbert mit teilweise sehr ungenauen Daten und Schreibweisen in seine Data –Base of Shoah victims´ Names aufgenommen.

Die Meldungen erfolgten wohl von einer Verwandten der Bertha Gollubier, einer Ilse Kaspary. Diese war wohl nur äußerst unzureichend über die Familienverhältnisse informiert. Genauere Daten und Hinweise über den Verbleib waren ihr wohl unbekannt.


Es kann davon ausgegangen werden, dass außer dem frühverstorbenen Vater alle weiteren Familienangehörigen Opfer des Holocaust wurden.