Flach, Heinrich

Aus ErPort

Wechseln zu: Navigation, Suche



Heinrich Flach

Stolpersteinstandort: Do-Nord, Steinwache, Steinstr. 50

Datei:Stolpersteine steinstr. 50.jpg
Stolpersteine an der Steinstr. 50


Heinrich Flach, * 18.5.1899 in Berghofen,

beging am 2. April 1938 durch Sturz in den Treppenschacht der „Steinwache“ Suizid.

Er war am 4. März 1938 von der Gestapo festgenommen und in die „Steinwache“ gebracht worden.



Heinrich Flach wohnte zum Zeitpunkt seiner Festnahme in Lanstrop, Horstmarer Str. 74.


Er war verheiratet und Vater zweier Töchter. Als Mitglied der KPD wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Haft genommen. In den folgenden Wochen wurde er nach Zeugenaussagen massiv gefoltert. Der damalige Häftlingskalfaktor Redmann berichtete im Ermittlungsverfahren gegen den Gestapobeamten Cassebaum im Jahre 1949:

„... Ein ... Flach aus Lanstrop ist mindestens sechs oder siebenmal in der „Acht“ gewesen.

Ich habe ihn ein- oder zweimal bewusstlos aus dem Kellerraum in seine Zelle getragen. Nach der letzten Vernehmung stürzte sich Flach aus dem oberen Stockwerk in den Schacht und blieb unten tot liegen. Ich wurde daraufhin zur Rechenschaft gezogen, weil ich dem Flach erlaubt hatte, sich über den Flur Wasser aus der Spülzelle zu holen. ...

Am Nachmittag des gleichen Tages erschien die Frau des Flach. Ich wurde dann von Cassebaum gerufen und fand die Frau Flach in völlig aufgelösten Zustand vor. ..... Frau Flach sagte mir, ich solle ihr doch sagen, ihr Mann sei nicht tot. Als ich dann nickte und sagte, er sei doch tot, brach sie zusammen. ...“


Der Tod von Heinrich Flach wurde durch die Polizeibehörde dem Standesamt gemeldet. Heinrich Flachs Suizid ist die Folge nationalsozialistischer Zwangsmaßnahmen. Schaden am Leben wurde von den Wiedergutmachungsbehörden anerkannt.