Frank, Dr. Max

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RA Dr. Max Frank

Stolpersteinstandort: Do-West , Hansastr. 50

Datei:Stolperstein dr. max frank.jpg
Stolperstein für Dr. Max Frank


Der Rechtsanwalt Max Frank, *14.11.1870 in Hameln,

kam sehr wahrscheinlich um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert nach Dortmund.

Bei der Personenstandsaufnahme im November 1900 wurde er im Hause Saarbrücker Str. 3 erfasst. Die Spalte mit dem Zuzugsdatum und Zuzugsort sind nicht ausgefüllt. Damals war er noch ledig. In den hier vorliegenden Hausstandsbüchern erscheint er als Mitglied der jüdischen Religionsgemeinschaft.

In einem bei Knipping abgedruckten Verzeichnis befindet sich ein Hinweis auf seinen Austritt im Jahre 1925 aus dieser Religionsgemeinschaft.


Am 28.5.1901 heiratete er die Margarethe Elias und bezog mit ihr einen Monat später eine Wohnung in der Poststr. 14. Am 11.5.1903 kam der Sohn Heinrich zur Welt.


Für die Familie lassen sich folgende Anschriften in Hausstandsbüchern bzw. – wo diese nicht lesbar oder nicht vorhanden sind – in den Adressbüchern feststellen:


Poststr. 14,/ 29.6.1901 – 20.9.1904

Arndtstr. 68,/ „nachgetr.“ – 23.9.1904 (wahrscheinlich wurde diese Wohnung nie bezogen)

Goebenstr. 24,/ 23.9.1904 bis ? (nicht lesbar)

Limburger Str. 33,/ ? (Zuzug zw. 1924 – 1925) – bis zum Tode.


Als Büroanschriften der Rechtsanwaltskanzlei sind den Dortmunder Adressbüchern folgende Anschriften zu entnehmen:


1901: Kaiserstr. 26

1902 – 1908: Ostenhellweg 35

1909 – 1915: Ostenhellweg 50

1921 – 1933: Hansastr. 50


Seit 1906 bestand eine Kanzleigemeinschaft mit seinem Schwager und Kollegen Dr. jur. Otto Elias. 1926 findet man im Adressbuch die Kanzleibezeichnung „Frank I, Elias und Gierlich“.


Max Frank war den Nazis nicht nur wegen seiner jüdischen Herkunft, sondern wegen politischen Ausrichtung verhasst. Er war Sozialdemokrat. Für die SPD war er sogar kurzfristig (7.3. – 9.4.1921) im Reichstag. Auch war er einer der bekanntesten und profiliertesten Strafverteidiger im Deutschen Reich. In zahlreichen Prozessen mit politischer Tendenz hatte er erfolgreich die Verteidigung übernommen.


Durch seine jüdische Herkunft und seine politische Betätigung war er sofort eine besondere Zielscheibe für den Hass der Nationalsozialisten. Am 28.3.1933 – im Vorgriff auf den Judenboykott vom 1.4.1933 – wurde er auf Anordnung des Polizeipräsidenten erstmalig in der Steinwache inhaftiert, kam aber am 2.4.1933 frei. Am 13.4.1933 wurde er erneut festgenommen und tags darauf wieder entlassen.


Die Behandlung in der Haft, die öffentlichen Angriffe, der vollkommene Zusammenbruch seiner beruflichen Perspektive, dazu der Zusammenbruch seiner Frau, die in eine geschlossene Anstalt eingeliefert werden musste, der Tod seines Schwagers und Kompagnons in der Haft führten zu einem Zustand, den er selbst in einem Brief am 28.4.1933 als „seelisch fast vollkommen zusammengebrochen“ beschreibt.

Er starb am 10.5.1933 durch Suizid in Berlin, wohin er sich zurückgezogen hatte.


Der Suizid von Dr. Max Frank ist eindeutig auf die nationalsozialistischen (und kollegialen) Verfolgungsmaßnahmen zurückzuführen. Er ist eindeutig ein frühes Opfer der Shoah.