Lichtenstein, Gustav

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Gustav Lichtenstein

Stolpersteinstandort: Do-Eving, Bahnstr. 7

Datei:Stolperstein gustav lichtenstein.jpg
Stolperstein für Gustav Lichtenstein


Der Metzgermeister Lichtenstein hat lt. Hausstandsbuch von Dezember 1925 bis November 1940 in der Bahnstr. 7 gewohnt. Soweit ersichtlich war dies auch die Familienwohnung bis zur Trennung bzw. Scheidung seiner 2. Ehe. Auch hat er hier wohl sein Gewerbe ausgeübt.


Gustav Lichtenstein wurde am 11.8.1873 in Dortmund geboren .

In wahrscheinlich erster Ehe war er verheiratet war er mit Röschen geb. Moses, die zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt verstarb.


Aus dieser Ehe gingen zumindest zwei Kinder hervor, der

Sohn Max, * 18.11.1900 in Dortmund Brüderweg 23

Tochter Else (später verheiratete Boms), * 13.1.1906 in Dortmund.

Beide überlebten den Holocaust und hielten sich in den 50er Jahren in Frankreich auf.

Bei der Geburt von Max 1900 wohnte die Familie Brüderweg 23, bei der Geburt von Else 1906 Friedhof 18.


Gustav Lichtenstein war von Dezember 1919 sechs Jahre in der Fritz Reuterstr. gemeldet, dann erfolgte sein Umzug zur Bahnstr. 7.


Am 5. Juni 1928 heiratete Gustav Lichtenstein eine Maria Kunze und erkannte die Vaterschaft an deren am 3.9.1920 geborene Tochter Wilma Klara an. Das Ehepaar trennte sich 1934 und Mutter und Kind zogen nach Düsseldorf. Die Ehe wurde am 24.5.1935 geschieden. 1936 heiratete befand sich die geschiedene Ehefrau wieder in Eving und heiratete den Viehscherer Ewald Kleine-Tebbe. Sie ist 1998 in Dortmund-Mengede verstorben. Von der Tochter Wilma sind durch die Seiteneinträge der Geburtsurkunde zwei Eheschließungen bekannt. Die erste erfolgte 1947 in Eving, die zweite 1965 in Duisburg-Hamborn. Ein Todeseintrag ist auf der Geburtsurkunde bisher nicht erfolgt.


Der Wohnungswechsel von Gustav Lichtenstein am 5.11.1940 von der Bahnstr. zur Münsterstr. 178 kann nicht als freiwillig, sondern nur als Teil der Verfolgungsmaßnahmen angesehen werden, handelte es sich bei der neuen Anschrift doch um ein sogenanntes „Judenhaus“.

Mit dem Transport X/1 wurde Gustav Lichtenstein am 29.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er am 9.5.1944 verstarb.

In der Database von Yad Vashem ist er mit zwei Datensätzen enthalten und er ist somit als Shoah-Opfer anerkannt.


Weitere Informationen:

Bürgerinitiative "Gesicht zeigen gegen Rechts" - Magdalena Strugholz - Buchenlandstraße 7 - 44 339 Dortmund - Tel.: 85 03 75 - m.strugholz@gmx.de