Herzberg, Karl
Aus ErPort
Karl Herzberg
Stolpersteinstandort: Do-Brackel, Wieckesweg 44
Die Familie bestand aus:
Karl Herzberg, Kaufmann, * 5.6.1893 in Breidenbach
Ehefrau Johanna, geb. Reuter, * 21.7.04 in Iserlohn
Tochter Rotraud, * 9.1.1928 in Iserlohn
Das Ehepaar hatte am 28.7.1927 in Iserlohn geheiratet. Laut dem Hausstandsbuch Wieckesweg waren alle Mitglieder der Familie evangelisch. In der Wiedergutmachungsakte wird aber von Karl Herzberg behauptet, dass er jüdischen Glaubens war. Nach den Beschreibungen im Buche von Knipping wurde die Wohnung der Familie Herzberg in Abwesenheit des Karl Herzberg massiv geplündert und zerstört.
Welche Schädigungen Karl Herzberg infolge der sogenannten „Kristallnacht“ und danach noch erlitten hat, ist nicht bekannt. In den Haftbücher der „Steinwache“ ist er nicht verzeichnet.
Er starb am 12.11.1939 im Jüdischen Krankenhaus in Köln-Ehrenfeld. Auf der Todesurkunde ist keine Todesursache angegeben. Lt. Wiedergutmachungsakte ist er „an den Folgen der seit der Kristallnacht erlittenen Verfolgungsmaßnahmen“ gestorben. Der „Schaden am Leben“ wurde anerkannt.
Die Ehefrau überlebte die NS-Zeit und ist lt. einer Notiz auf der Karteikarte ihres Wiedergutmachungsantrages am 1.7.1967 verstorben. Der Todesort konnte nicht festgestellt werden. Weder auf der Geburts- noch auf der Eheurkunde wurde der Tod als Nebeneintrag dokumentiert. Ihr letzter amtlicher Wohnsitz war die Jägerstr. 10. Dort wurde sie von Amts wegen abgemeldet. Eine Todesurkunde konnte bisher nicht ermittelt werden.
Die Tochter verzog 1950 von Dortmund nach Frankfurt/M. Lt. Bürgeramt der Stadt Frankfurt hat sie sich Ende April 1953 nach Kanada abgemeldet.
Der Tod von Karl Herzberg ist amtlich als nationalsozialistische Verfolgungsmaßnahme anerkannt.
Er ist ein frühes Opfer der Shoah anzusehen.