Israels, Ellen

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Ellen Israels/Isler

Stolpersteinstandort: Do-Ost, Kaiser Str. 82

Stolperstein für Ellen Israels



Die Nachforschungen zu Ellen Israels wurden erschwert durch den Umstand, dass die elterliche Familie ein sehr „flexibles Verhältnis“ zum deutschen Namensrecht hatte.

So wurden die beiden Zwillingstöchter der Familie 1915 beim Standesamt unter dem Nachnamen Isler angemeldet, der Sohn 1921 unter dem Namen Israels.

Auch in den Dortmunder Adressbüchern ist ein mehrfacher Wechsel zwischen den Nachnamen feststellbar. Die entsprechenden Eintragungen in das Hausstandsbuch Kaiserstr. 80 waren nicht prüfbar, da sich die Mircofiche in den entsprechenden Passagen in einem unlesbaren Zustand befinden.

Da die Geburtsurkunden der Töchter 1949 durch Nebeneinträge auf den Namen Israels berichtigt wurden, die Karteikarten der Wiedergutmachungsanträge ebenfalls unter diesen Namen geführt wurden und die Eintragungen in das Hausstandsbuch ebenso lauten, wird hier davon ausgegangen, dass die Familie ursprünglich und amtlich den Namen ISRAELS führte.


Die Familie Israels (Isler) bestand aus fünf Personen:


dem Familienvater Kaufmann Sander Israels, * 30.8.1881 in Grypskerk , + 9.12.1944 in einem Krankenhaus im Bereich Hilversum.


Ehefrau und Mutter Selma I. geb. Eichengrün, * 8.7.1886 in Beringhausen Krs. Brilon, Ende der 50er Jahre in Los Angeles bzw. North Hollywood CA wohnhaft,


den Zwillingsschwestern

Ellen, I.* 23.1.1915 in Dortmund

und

Ruth I. später verheiratete Reiner, * 23.1.1915 in Dortmund, 1957 in New York wohnhaft, sowie

Sohn Alfred I., geb. 2.12.1921 in Dortmund, der in den 50er und 60er Jahren in North Hollywood wohnte.


Das Ehepaar Israels wohnte bei der Geburt der Töchter in der Hagenstr. (später teilweise aufgehoben, teilweise in Meißener Str. umbenannt) 45, bei der Geburt des Sohnes 1921 in der Kaiserstr. 82.

Am 5.3.1933 zog sie von dort zum Ostenhellweg 60. Im Hausstandsbuch dort sind alle mit der Religionsangabe „mos.“ und der Staatsangehörigkeit „Holland“ eingetragen.

Am 5.9.1935 meldete sich die gesamte Familie nach Amsterdam ab.

Lt. der Antragstellerin Frau Dr. Lehmann hat ihre Mutter, eine Schulkameradin der Ellen Israels, Ende der 50er Jahre versucht, brieflich Kontakt zu der Familie aufzunehmen, erhielt aber von der jüdischen Gemeinde Amsterdam die Nachricht, dass die überlebenden Familienmitglieder 1954 in die USA ausgewandert sind.

Da auf allen Karteikarten des Wiedergutmachungsanträge der Familienmitglieder außer der Tochter Ruth Freiheitsbeschränkungen, bei Vater Sander auch Leben in der Illegalität eingetragen sind, ergibt sich hier bisher folgendes Bild.

Tochter Ruth konnte sich dem Holocaust entziehen. Ob sie vor oder nach dem Weltkrieg in die USA emigrierte, wurde bisher nicht ermittelt.

Lt. Wiedergutmachungsakten lebte das Ehepaar Israels seit Februar 1943 in einem Dachkammerversteck in Hilversum. Sander I. erkrankte. Erst spät wurde ein Arzt herangezogen der am 7.12.1943 die Überweisung in ein Hospital vornahm, wo Sander I. zwei Tage später verstarb.

Mutter Selma konnte bis zur Befreiung im Mai bei einer Familie in Bussum untertauchen.

Sohn Alfred lebte ebenfalls seit 1942 im Untergrund und wanderte 1948 in die USA aus.

Tochter Ellen meldete sich lt. der Antragstellerin freiwillig bei den Deutschen zur Arbeit und wurde nach Auschwitz deportiert, wo sie umkam. Die Angaben zum weiteren Lebenslauf, Todeszeitpunkt und Todesort von Ellen Israels sind aber in den amtlichen Unterlagen widersprüchlich:

Lt. Wiedergutmachungsakte soll sie von 1934 bis 1938 in England als Kindermädchen gearbeitet haben. Danach soll sie bis zur Deportation als Bürohilfe gearbeitet haben.. Ihre letzte Anschrift vor der Deportation war Amsterdam, Deurloostr. 52.

Am 22.2.1957 wurde sie wohl im Zusammenhang mit dem von der Mutter betriebenen Wiedergutmachungsverfahren mit Wirkung 31.12.1945 für tot erklärt. Lt. Wiedergutmachungsakte wurde sie am 19.7.42 festgenommen, fünf Tage später nach Sobibor verbracht, wo sie im September verstarb.

Diese Todeserklärung wurde aber durch eine Urkunde des Sonderstandesamtes Arolsen aufgehoben. Demnach war sie am 29.8.1942 in Auschwitz verstorben. In der Database der Gedenkstätte Yad Vashem sind drei Datensätze zu Ellen Israels enthalten. Sie basieren auf Einträge im Gedenkbuch des Bundesarchivs, dem Gedenkbuch „Nederlandse Oorlogsslachtoffers und dem „Totenbuch von Auschwitz“ . Das „Bundesarchiv-Gedenkbuch“ und das „Totenbuch „ verzeichnen Auschwitz als Todesort. Abweichend von den beiden anderen Angaben des Todesdatums 29.8.1942 gibt die niederländische Quelle den 30.9.1942 als Todestag an.

Ellen Israels (Isler) ist eindeutig ein Opfer der Shoah.