Mannheimer, Jette

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Jette Mannheimer

Stolpersteinstandort: Do-Nord, Braunschweiger Str. 23

Datei:Stolperstein jette mannheimer.jpg
Stolperstein für Jette Mannheimer




Bei Johanna (Hannchen) Rhein, geb. Falk, * 9.7.1887 in Braunsbach/Württemberg

und

Jette Mannheimer, geb. Falk, * 21.10.1884 in Braunsbach

dürfte es sich um Schwestern gehandelt haben.



Johanna Rhein war die 3. Ehefrau des 1928 verstorbenen Metzgers Hermann Rhein aus der Braunschweiger Str. 23. Hermann Rhein war der Besitzer des Hauses, das dann durch Erbschaft an seine Frau fiel.

Hermann Rhein hatte aus seinen vorhergehenden Ehen einen frühverstorbenen Sohn und mindestens zwei Töchter.

Ob Johanna Rhein vorher verehelicht war bzw. Kinder mit in die Ehe brachte, konnte bisher nicht genau ermittelt werden.

Wann das Haus Braunschweiger Str.23 von ihr zwangsverkauft werden mußte bzw. enteignet wurde, wurde ebenfalls bisher nicht ermittelt. (Es gibt Verdachtsmomente, dass dies im Frühjahr 1941 geschah.) Das Haus soll direkt nach dem Krieg Gegenstand eines Wiedergutmachungsverfahrens durch den "Joint" gewesen sein. Ein individuelles Wiedergutmachungsverfahren durch Erben ist nach bisheriger Kenntnis nicht eingeleitet worden.

Der Metzgermeister Rhein hatte seit 1907 mit einer Unterbrechung in der Braunschweiger Str. gewohnt.


Johanna Rhein zog als 3. Ehefrau im September 1919 zu. Am 11.3.1941 zog sie zur Schwanenstr. 64 (einem Judenhaus). Johanna Rhein stand zusammen mit ihrer Schwester auf der Liste der Personen, die nach Riga deportiert werden sollten. Als diese Deportation um Wochen verschoben am 27.1.1942 erfolgte, war sie im Gegensatz zu ihrer Schwester aber nicht dabei. Am 18.3.1942 wurde sie zur Parsevalstr. 2 verlegt. Dort ist vermerkt: "am 30.4.42 nach dem Osten abgeschoben". Dies ist nach unserer Kenntnis der Vermerk, dass die Person am 27.4.1942 mit dem Transport nach Zamosc deportiert wurde. Überlebende aus diesem Transport sind bisher nicht bekannt geworden.


Obwohl in den Unterlagen keine offizielle Todeserklärung vorhanden ist und auch kein individueller Wiedergutmachungsantrag gestellt wurde, ist davon auszugehen, dass Johanna Rhein Opfer des Holocaust wurde.

Nach den bisherigen Ermittlungen ergeben sich folgende persönliche Daten:


Johanna Rhein, geb. Falk, * 9.7.1887 in Braunsbach/Württemberg, deportiert am 27.4.1942 nach Zamocs, verschollen.


Sie wohnte von Sept. 1919 bis März 1941 in der Braunschweiger Str. 23. Wann sie genau nach Dortmund kam, ist bisher unbekannt, doch dürfte es schon vor 1919 geschehen sein.


Die Witwe Jette Mannheimer, so kann man aus den persönlichen Daten rekonstruieren, war wohl die Schwester von Johanna Rhein. Ihr Lebensmittelpunkt war wohl lange Jahre die Stadt Bruchsal. Wahrscheinlich aufgrund des Verfolgungsdrucks und in Folge der Kristallnacht verließ sie Bruchsal und fand ab dem 16.12.1938 Unterkunft im Hause ihrer Schwester. Von dort aus wurde sie mit ihr zusammen in das "Judenhaus" Schwanenstr. 64 verlegt. Sie stand ebenfalls auf der "Riga-Liste" und wurde im Gegensatz zu ihrer Schwester auch am 27.1.1942 nach Riga deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Mit Wirkung 8.5.1945 erging eine amtliche Todeserklärung.

Ihre Tochter, die ebenfalls ein Jahr in der Braunschweiger Str. 23 lebte konnte in die USA entkommen.

Nach den bisherigen Ermittlungen ergeben sich folgende persönliche Daten:


Jette Mannheimer, geb. Falk, * 21.10.1884 in Braunsbach, deportiert am 27.1.1942 nach Riga, verschollen, mit Wirkung 8.5.1945 für tot erklärt.

Sie wohnte vom 16.12.1938 bis zum 11.3.1941 in der Braunschweiger Str. 23.