Ke*****, Hans
Aus ErPort
Ke*****, Hans
Die Familie Ke***** wanderte wohl 1919 aus dem Kreis Posen nach Dortmund zu. Die Familienverhältnisse wurden von den Behörden wohl als sozial randständig eingeordnet. Hans Ke***** wurde am 21. August 1921 mit seiner Schwester Grete in Hörde geboren. Nach dem Besuch der Volksschule kam er im Januar 1935 in ein Erziehungsheim. Er und seine Schwester wurden wegen angeblich erblichen Schwachsinns zwangssterilisiert. Bis zu seiner Einberufung war er als Landwirtschaftsgehilfe tätig.
Ke***** wurde trotz seiner angeblichen Geistesschwäche am 31. Mai 1940 vom Wehrbezirkskommando in Minden gemustert und als „k.v.“ eingestuft, aber erst einmal zurückgestellt. Im Dezember wurde er sogar einer Eignungsprüfung für fliegendes Personal unterzogen. Im Februar 1941 wurde er zur Fahr-Ersatz-Abteilung nach Soest einberufen. Dort wurde er als „ungewandt, geistig minderwertig“ beurteilt. Seine Führung sah man als „nicht befriedigend“, seine militärischen Leistungen als „genügend“ an.
Ab Anfang Juni 1941 geriet er laufend mit dem militärischen Apparat in Konflikt. Zuerst erhielt er fünf Tage Arrest wegen „unerlaubten Fernbeleibens vom Dienst, Nichtausführung eines Befehls und Belügens eines Vorgesetzten“. Am 17. Juli 1941 verurteilte ihn das Gericht der Division 166 in Bielefeld wegen „unerlaubter Entfernung, Kameradendiebstahls und einfachen Diebstahls“ zu sechs Monaten Gefängnis. Davon wurden zwei Monate vollstreckt, der Rest bis zum Kriegsende ausgesetzt. Etwas mehr als vier Monate später verurteilte ihn das nämliche Feldgericht erneut wegen „unerlaubter Entfernung“ zu weiteren sechs Monaten Gefängnis.
Am 17. März 1942 verurteilte ihn dann das Feldgericht der Division Zweigstelle Wuppertal wegen Fahnenflucht zum Tode. Dazu wurden wegen der Begleitdelikte zweifacher Diebstahl und schwere Urkundenfälschung ihm noch weitere sechs Monate Gefängnis zudiktiert. Es wurde auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Wehrwürdigkeit erkannt.
Am 18. April 1942 wurde Hans Ke***** in Wuppertal erschossen.
