Kleeblatt, Arthur
Aus ErPort
Arthur Kleeblatt
Stolpersteinstandort: Do-Eving, Lindenhorster Str. 237
Das Ehepaar Kleeblatt zog am 18.11.1898 von Unna kommend in das Haus Lindenhorster Str. 237 ein. Hermann Kleeblatt war Eigentümer der Häuser Lindenhorster Str. 235 und 237 . Er betrieb dort einen Lebensmittel und Textilhandel. Die (bisher bekannten) drei Söhne des Paares wurden in Lindenhorst geboren.
Die Familie bestand aus:
Hermann, Kleeblatt, * 12.9.1874 in Lütgeneder
Lina, geb. Weinberg, * 31.5.1873 in Herzebrock
Walter, * 20.10.1901 in Lindenhorst
Arthur , * 6.7.1903 in Lindenhorst
und
Richard , *13.6.1906 in Lindenhorst
Hermann Kleeblatt wurde nach der sogenannten Kristallnacht am 12.11.1938 in der Steinwache inhaftiert. Durch seine relativ späte Festnahme blieb ihm der Transport in das KZ Sachsenhausen erspart. Am 17.11.1938 wurde er wieder entlassen.
Nachdem der Sohn Artur bereits in die Niederlande geflüchtet war, folgten die Eltern und der Bruder Walter am 31.7.1939 nach und zogen nach Amsterdam.
Nach Auskunft der Gedenkstätte Westerbork wechselte das Ehepaar mehrfach die Wohnung und wurde am 29.9.1943 in das Lager Westerbork eingeliefert. Lina Kleeblatt kam sofort in die Krankenbaracke und ist dort am 28.12.1943 verstorben. Sie wurde am Folgetag eingeäschert. Ihre Asche wurde auf dem Niederländisch Israelitischen Friedhof in Diemen bestattet.
Hermann Kleeblatt wurde am 1.2.1944 nach Bergen-Belsen transportiert, wo er am 12.9.1944 verstarb.
Sohn Arthur hatte am 12.10.1933 in Köln eine Rosi Rindskopf, *30.7.1909, aus Fürth geheiratet. Er war Kaufmann und wohnte mit seiner Frau in Amsterdam. Das Ehepaar wurde bereits mit dem ersten Transport am 15.7.1942 von Westerbork nach Auschwitz deportiert. Ihr offizielles Sterbedatum ist 30.9.42, Rosi starb laut Sterbebücher von Auschwitz schon am 20.8.1942.
Für das Ehepaar wird im Gedenkbuch „Nederlandse Oorlogslachtoffers“ das Todesdatum 30.9.1942 genannt.
Sohn Walter, der bei den Eltern wohnte, kam am 8.4.1943 ebenfalls nach Westerbork. Er wurde bereits 14 Tage später am 20.4.1943 nach Sobibor transportiert. Als offizielles Todesdatum gilt der 23.4.1943. Vom Amtsgericht Dortmund wurde er am 3. Oktober 1949 mit Wirkung 8.5.1945 für tot erklärt.
Sohn Richard überlebte. Er stellte für sich, den Eltern und Bruder Walter Wiedergutmachungsanträge. Damals war er in Lüttich wohnhaft. Sein eigener Antrag wurde lt. Landesarchiv NRW in Münster an das Regierungspräsidium Kassel weitergeleitet, weil der letzte Wohnort Kassel war.
Weitere Informationen:
Bürgerinitiative "Gesicht zeigen gegen Rechts" - Magdalena Strugholz - Buchenlandstraße 7 - 44 339 Dortmund - Tel.: 85 03 75 - m.strugholz@gmx.de
