Klinke, Eugen
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Klinke, Eugen
Eugen Klinke wurde am 28. Mai 1918 als Sohn eines Ingenieurs und seiner Ehefrau in Düsseldorf geboren. Er besuchte die Volksschule, erlernte danach keinen Beruf und war vor seiner Einberufung als Bauarbeiter tätig. Er war ledig. Seine Eltern waren Anfang der 30er Jahre nach Dortmund übergesiedelt. Er war in Dortmund bei seinen Eltern gemeldet, doch hielt er sich auch zeitweilig in Bautzen und Leipzig auf. In Bautzen wurde er am 20. Juni 1938 “tauglich” gemustert.
Vom 1. April bis zum 25. August 1939 war Klinke Angehöriger des Reichsarbeitsdienstes und wurde von dort aus direkt an das Bau-Bataillon 4/89, einer Wehrmachteinheit, überwiesen. Sein Einheitsführer beim Reichsarbeitsdienst bemängelte seine mangelhafte Dienstauffassung, fehlende Wahrheitsliebe und stellte fest: “Er lässt in seinem Auftreten die soldatische Form teilweise noch vermissen.” Weiterhin meinte er, Klinke sei in seinem Leben bisher nicht hart genug angefasst worden. “Nach seiner jetzigen Erscheinung gibt er nicht das Bild eines Soldaten ab, der einmal für andere ein Vorbild sein könnte.“
Vom Bau-Bataillon wurde Klinke am 9. Oktober 1939 zum Artillerie-Regiment 253 verlegt. Die Eintragungen in seinem Wehrpass sind leider widersprüchlich und nicht chronologisch. Soweit ersichtlich war er bis zu seinem Tode offiziell Angehöriger dieses Regiments. Es wurde nach dem Polenfeldzug nach Graudenz verlegt, kam aber später zurück und nahm am Westfeldzug teil.
Laut den Eintragungen über im Kriege mitgemachte Gefechte, Schlachten und Unternehmungen nahm Klinke an allen Unternehmungen des Regiments am Westfeldzug teil. Weiterhin sind für die Folgezeit “Sicherung der Demarkationslinie” und “Küstenschutz an der französischen Kanal- und Atlantikküste” verzeichnet. Am 1. September wurde er zum Oberkanonier befördert. Soweit ersichtlich wurde er zum Kraftfahrzeugschlosser und KFZ-Elektriker ausgebildet und konnte den Führerschein erwerben.
Mit dem 6. März 1941 brechen die Einsatzeintragungen ab. Über die weiteren Geschehnisse ist wenig bekannt, da Gerichtsakten bis auf einen Brief nicht ermittelt werden konnten.
Aus einen späteren Schreiben geht hervor, dass Klinke vom 6. März 1941 bis zum 5. Mai 1942 fahnenflüchtig war. Er konnte sich also 14 Monate seinen Verfolgern entziehen.
Am Tage nach seiner Hinrichtung teilte das Gericht des Chefs des Militärverwaltungbezirks C (Nordostfrankreich) in Dijon dem Wehrbezirkskommando Dortmund folgende Daten mit. Eugen Klinke war am 30. Mai 1942 wegen Fahnenflucht zum Tode und dem Verlust der Wehrwürdigkeit verurteilt worden. Der Militärbefehlshaber in Frankreich hatte das Urteil am 3. Juni bestätigt.
Eugen Klinke wurde am 4. Juni 1942 in Dijon erschossen.
