Kruck, Alfred

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Kruck, Alfred

Alfred Kruck wurde am 6. Juli 1901 in Dortmund geboren. Nach dem Besuch der Volkschule besuchte er Weiterbildungskurse. Sein Berufsziel Schiffssteward zu werden, ging aber nicht in Erfüllung. Er erhielt eine Anstellung als Kellner, arbeitete einige Zeit in Dessau in diesem Beruf, kehrte aber dann zurück. Nach einige Zeit als Arbeiter in Menden, fand er wieder eine Beschäftigung als Kellner in Gaststätten in Dortmund, Witten und Menden.

In seinem Verwandten- und Bekanntenkreis waren viele Anhänger der KPD. Er selbst sympathisierte ebenfalls mit den Kommunisten, trat aber keiner Organisation bei. Erst nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten schloss er sich der illegalisierten KPD an. Die Gestapo warf ihm später vor, Zellenkassierer in Dorstfeld gewesen zu sein. Er selbst gab nur zu, für Inhaftierte gesammelt zuhaben; auch wurde eine entsprechende Sammelliste bei ihm entdeckt.

Kruck wurde am 24. Januar 1935 festgenommen und im so genannten “Prozess der 86” am 12. Oktober des Jahres zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Mit seinen Aussagen deckte er zwei Mitangeklagte so, dass diese freigesprochen wurden. Die Haft verbrachte er im Zuchthaus in Münster und im Straflager Esterwegen. Im August 1938 entlassen stand er in der Folge unter Polizeiaufsicht. Seinen Beruf konnte er nicht mehr ausüben. Er fand dann Arbeit im Brückenbau.

Die Eltern und ein Bruder waren inzwischen nach Krainhagen bei Bückeburg verzogen. Dort lernte er seine spätere Frau kennen. Sie heirateten im März 1941. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor, die der Vater aber nie zu sehen bekam, da sie nach seiner Einberufung geboren wurde.

Im Januar 1943 wurde Kruck, der offiziell noch in Dorstfeld gemeldet war, vom Wehrkreiskommando Dortmund trotz seines Alters und obwohl er durch seine Zuchthausstrafe als “wehrunwürdig” galt, zur Musterung befohlen. Das Urteil der Musterungskommission am 19. Januar lautete “garnisonsverwendungsfähig Feld/Ersatzreserve I”. Zehn Tage später wurde er zur Bewährungseinheit 999 einberufen. Bei der Einstellungsuntersuchung vierzehn Tage nach der Musterung lautete das Urteil nunmehr “kriegsverwendungsfähig”.

Seine Ausbildung erfolgte beim Afrika-Schützenregiment 962. Wegen der Kapitulation des Afrika-Korps kam ein Großteil der 999er-Einheiten nicht mehr im Afrika zum Einsatz. Sie wurden in Festungs-Infanterie-Bataillone umgewandelt und fanden Verwendung als Besatzungstruppen in Griechenland. Kruck kam erst auf die ionischen Inseln, dann zum II. Festungs-Infanteriebataillon 999 auf die Peloponnes an den Golf von Patras.

Lt. der offiziellen Mitteilung an die Witwe ist er als Angehöriger dieser Einheit dort am 9. Dezember 1943 bei einer Kinovorführung einem Herzschlag erlegen. Einem Eintrag im Wehrpaß nach wurde er auf dem deutsch-italienischen Soldatenfriedhof von Patras in einem Einzelgrab bestattet. Die Witwe erhielt ein Foto des Grabes zugesandt.

Nach dem Krieg ging unter seinen Parteigenossen in Dortmund das Gerücht um, er sei damals ohne Verfahren mit zehn Kameraden erschossen worden, die sich geweigert hatten, ohne Heimaturlaub an die Ostfront versetzt zu werden. Eine Verlegungsabsicht dieser Einheit an die Ostfront konnte aber nicht nachgewiesen werden. Ebenfalls konnte bisher eine so erhebliche Verlustrate der Einheit zu diesem Zeitpunkt nicht festgestellt werden.

Als 1952 der italienische Gräberdienst die Gebeine exhumierte und nach Bari überführte, teilte er mit, das die Überreste mehrerer deutscher und italienischer Soldaten untrennbar miteinander vermischt aufgefunden wurden. Er wurde in einem Kameradengrab des Mausoleums von Bari beigesetzt.