Löwenhardt, Julia
Aus ErPort
Julia Löwenhardt
Stolpersteinstandort: Do-Eving, Lindenhorster Str. 235
Das Ehepaar Adolf und Julia Löwenhardt zog im Juli 1910 von Sterkrade kommend in die Lindenhorster Str. 235 . Nach dem Zuzug kamen zwei Söhne zur Welt. Die Familie bestand aus:
Adolf Löwenhardt, Metzger, *9.10.1883 in Hemer oder Oberhemer
Julia Löwenhardt, geb. ten Brink, * 20.5.1890 in Denekamp/NL
Heinz Löwenhardt, *19.8.1913 in Do-Lindenhorst
Werner Löwenhardt, 30.11.1919 in Do-Eving
Im August 1933 verließ die Familie Lindenhorst und zog zum Steinplatz 3 und von dort Ende April 1934 in die Nordstr. 61.
Der Sohn Heinz meldete sich am 28.9.1933 bereits einmal nach Enschede/NL ab, kehrte aber im Januar 1934 zurück.
1936 verließ die Familie Dortmund in Richtung Niederlande. Werner zog am 7.5.1936 nach Enschede, Heinz am 30.9.1936 nach Almelo und die Eltern am 29.12.1936 nach Goor/Twente.
Die folgenden Darstellungen beruhen auf Auskünften der Gedenkstätte Westerbork/NL, den entsprechenden Einträgen in der Database der Gedenkstätte Yad Vashem und den Wiedergutmachungsakten im Landesarchiv NRW Münster.
Demnach zogen die Eltern im September 1938 von Goor nach Enschede.
Sohn Werner war 1942 in verschiedenen Lagern in Nordholland und musste Zwangsarbeit leisten. Am 5. Oktober 1942 wurden er und der Vater in das Lager Westerbork eingeliefert. Mutter und Ehefrau Julia folgte vier Tage später.
Das Ehepaar Löwenhardt wurde am 21.4.1943 mit dem Transport XXIV/1 nach Theresienstadt deportiert. Am 9.10.1944 wurden sie von dort nach Auschwitz gebracht und bei der Ankunft zwei Tage später in den Gaskammern ermordet.
Sohn Werner gehörte zu den wenigen hundert jüdischen Menschen, die bis zur Befreiung am 12.4.1945 in Westerbork verblieben. Er hat im Lager wohl eine große Anzahl von Zeichnungen angefertigt. Über sein Schicksal und das seiner Angehörigen hat er ein Buch veröffentlicht, in dem viele Bilder und Zeichnungen veröffentlicht sein sollen. Titel: Ik hou niet van reizen in oorlogstijd (Ich mag keine Reisen zur Kriegszeit).
Sohn Heinz lebte ab September 1942 illegal bei einer befreundeten niederländische Familie und konnte der Inhaftierung und Deportation entgehen.
Werner Löwenhardt lebte später in Amsterdam, Heinz weiterhin in Almelo.
Adolf' und Julia Löwenhardt sind mit mehreren Einträgen in der Yad-Vashem Database auffindbar.
Adolf und Julia Löwenhardt sind eindeutig Opfer der Shoah.
Weitere Informationen:
Bürgerinitiative "Gesicht zeigen gegen Rechts" - Magdalena Strugholz - Buchenlandstraße 7 - 44 339 Dortmund - Tel.: 85 03 75 - m.strugholz@gmx.de