Sternberg, Levy/Louis

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Levy/Louis Sternberg

Stolpersteinstandort: Do-Eving, Evinger Str. 487

Datei:Stolperstein Levy sternberg.jpg
Stolperstein für Levy/Louis Sternberg



Familie Sternberg bestand aus:


Levy (Louis) Sternberg, Viehhändler, *17.6.1865 in Schwerte

Cornelia, geb. Herz, *28.1.1869 in Hitdorf/Solingen

Tochter Erna, * 19.9.1889 in Iserlohn

Tochter Selma, *11.7.1892 in Iserlohn

Sohn Friedrich Albert (Fritz), *28.8.1895 in Dortmund

Tochter Margarete/Grete, *27.8.98 in Iserlohn

Tochter Elly, 11.11.1900 in Iserlohn

Sohn Walter, *9.2.1902 in Iserlohn

Sohn Alfred, *22.11.1903 in Iserlohn



Die Familie Sternberg wohnte ursprünglich in Iserlohn. Sie war aber später jahrzehntelang in Dortmund ansässig.


Für die Familie konnten folgende Dortmunder Wohnorte ermittelt werden:

Königswall 93 ? – 13.7.1907

Am Rondel 2 13.7.1907 – 1.4.1910

Westerbleichstr. 3 2.4.1910 – 18.4.1911 Wißstr. 47 = später Hansastr. 101 18.4.1911 - 3.4.1914

Poststr. 22 3.4.1914 – 3.4.1916

Wißstr. 34 3.4.1916 – 29.12.1933

Evinger Str. 487 29.12.1933 – 24.3.1937

Westenhellweg 132 24.3.1937 – 28.12.1938



Der Zuzug nach Dortmund ist wahrscheinlich zwischen 1903 und 1907 erfolgt. Einige Kinder verließen zwischenzeitlich die elterlichen Wohnungen, kehrte aber oft nach einiger Zeit zurück.


Tochter Elly verstarb am 15.8.1923 und Sohn Walter am 22.11.1929.


Tochter Selma heiratete am 15.1.1926 den Daniel Szochur. Mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern Adolf Horst, *29.12.1926 in Dortmund, und Elly, *10.1.1929 in Dortmund (wohl nach der verstorbenen Tante benannt) wurde sie nach Riga [1] transportiert. Niemand von ihnen überlebte. Für Selma Szochur wurde vom Sonderstandesamt Arolsen eine Todesurkunde ausgestellt, die den Tod auf den 18.11.1944 datiert und als Todesort Stutthof angibt.


Fritz/Friedrich Sternberg heiratete am 30.9.1932 eine Maria Schad, *13.2.1899 in München. Die Frau war Nichtjüdin. Während er in der Spalte Religion im Hausstandsbuch Viktoriastr. 30 „irs(aelisch) stehen hatte, stand bei ihr „diss(identisch)“. Er betrieb eine Provisionsvertretung für Fette und Öle in der Viktoriastr. Im Februar 1939 wurde sein Gewerbe von Amtswegen abgemeldet. Bei der Volkszählung vom 17.5.1939 war er noch in der Viktoriastr. 30 gemeldet. Seine Ehe wurde am 5.4.1939 geschieden. Die Ehefrau nahm im Juni d. J. wieder ihren Mädchennamen an. 1939 verzog er nach Köln.

Fest steht, dass auch er ein Opfer der Shoah wurde.


Tochter Margarete/Grete, die bereits öfters das Elternhaus verlassen hatte, da sie als Haushaltshilfe arbeitete, meldete sich im März 1938 nach Rietberg/Westf. ab.


Ihr Schicksal lässt sich nur anhand der Yad-Vashem-Database und dem „Gedenkbuch Berlin“ weiterverfolgen. Sie hat 1941 in Berlin-Schöneberg geheiratet, führte den Nachnamen Warschawsky und lebte in Berlin. Ihre letzte Anschrift war Schöneberg, Heilbronner Str. 22. Sie wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und gilt seither als verschollen. Als Todesort gilt Auschwitz.


1938 meldeten sich die Eltern mit den noch im Hause verbliebenen Kindern Erna und Alfred vom Westenhellweg nach Köln ab.

Dort ist die Ehefrau Cornelia am 24.10.1939 verstorben.


Louis Sternbergs letzte Anschrift in Köln war nach Corbach „Müngersdorf Fort 5“. Nach der Gestapo-Akte seines Sohnes war er aber im November 1941 noch mit Tochter Erna und Sohn Fritz in der Beethovenstr. 8 wohnhaft. Levi Sternberg wurde am 1942 mit dem Transport III/2 nach KZ_Theresienstadt deportiert, wo er am 1942 starb.


Die letzte Anschrift von Erna und Fritz Sternberg in Köln war lt. dortigen Angaben die Beethovenstr. 8. Sie wurde am 1941 nach Riga deportiert und ist seitdem verschollen. Im „Riga-Gedenkbuch“ wird sie in der Totenliste geführt. Für ihren Bruder Fritz findet man dort dieselben Angaben.


Nur der jüngste Sohn Alfred überlebte die Shoah. Nach Auskunft der Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 10 Wiedergutmachung, stellte er für sich und seinen Vater Wiedergutmachungsanträge. Nach diesem Schreiben ist er am 12.6.1982 verstorben. Die entsprechenden Wiedergutmachungsakten waren bisher nicht zugänglich, so dass über sein konkretes Schicksal keine Aussagen gemacht werden können.