Cohen, Levy
Aus ErPort
Levy Cohen
Stolpersteinstandort: Do-Brackel, Wickeder Hellweg 91
Das Schicksal der Mitglieder der Familie Cohen/Oppenheimer ist während eines Projektes der Steinbrink-Grundschule ermittelt und in der Broschüre „Gegen das Vergessen“ veröffentlicht worden.
Die Familie Cohen bestand aus drei Personen:
Levy Cohen, * 19.4.1870 in Horstmar/Burgsteinfurt,
von Theresienstadt nach Trostinez bei Minsk deportiert und dort vermutlich ermordet
Johanna Oppenheimer (Tochter von Levi Cohen), * 24.11.1899 in Wickede,
Tod in Theresienstadt.
Ruth Oppenheimer (Tochter von Johanna O.), * 21.8.1932
(in Kurl lt. Hausstandsbuch).
Nach der Broschüre zogen die drei Personen 1939 nach Hagen.
Levy Cohen kam später in das jüdische Altersheim nach Unna. Alle drei wurden nach der Broschüre im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Die Überprüfung der Unterlagen – Adreß-, Hausstandsbücher und Geburtsurkunden – warfen einige neue Fragen zu den Besitz- und Familienverhältnissen auf, die aber den Aspekt „Stolpersteine“ nur am Rande tangieren.
Fest steht, dass das Haus Wickeder Hellweg 91 jahrelang, wahrscheinlich jahrzehntelang, der Lebensmittelpunkt der Familienmitglieder der Familien Cohen und Oppenheimer, deren durch die Steinsetzung gedacht werden soll, war.
Levy Cohen war auch längere Zeit Eigentümer des Hauses. Tochter und Enkelin haben den überwiegenden Teil ihres Lebens dort gewohnt.
Fest steht ebenfalls, dass alle drei Personen Opfer des Holocaust wurden.
Levy Cohen wird im Theresienstädter Gedenkbuch in der Liste der Umgekommenen des „Dortmund-Transports“ aufgeführt.
Levy Cohen wurde nach dem Theresienstädter Gedenkbuch nicht nach Trostinez bei Minsk, sondern nach Treblinka weiterdeportiert. Eine aktuelle Rückfrage bei einem Fachmann bestätigte, dass die bisherige Vermutung, dass die Angaben im Gedenkbuch auf einem Irrtum beruhen, nicht mehr aufrecht erhalten wird. Die entsprechenden Transporte sind mit größtmöglicher Sicherheit nach Treblinka gegangen.
Johanna und Ruth Oppenheimer sind nicht im Theresienstädter Gedenkbuch enthalten.
Aussagen zu ihrer Deportation und dem möglichen Todesort können hier nicht gemacht werden, doch ist Theresienstadt eher unwahrscheinlich. Ob bei der Verhandlung über die Todeserklärung entsprechende Erkenntnisse vorlagen, ist hier unbekannt.
Die bisher vorliegenden Daten lassen aber die Vermutung zu, dass die beiden nach Zamosc deportiert wurden.