Kratzer, Mathilde
Aus ErPort
Mathilde Kratzer
Stolpersteinstandort: Do-Aplerbeck, Ruinenstr. 34
Mathilde Kratzer, geborene Rosenthal, * 5.6.1858 in Sölde , war verheiratet mit Leopold Kratzer, * 21.11.1862 in Sandweier/Baden , # 25.2.1941 in Köln-Ehrenfeld.
Das Ehepaar wohnte lange Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte im Hause Ruinenstr. 34. Die Angaben zwischen den erhaltenen Adressbüchern und Hausstandsbüchern differieren.
Leopold Kratzer wurde im Hörder Adressbuch /Amt Aplerbeck 1901 als Schumacher in der Königstr. 28 und 1904 als Schuster in der Königstr. 28a aufgeführt. 1926 war er als Fabrikarbeiter unter der Anschrift Ruinenstr. 34 verzeichnet, lt. Dortmunder Adressbuch von 1931 betrieb er dort ein Bettfederngeschäft. Das Hausstandsbuch Ruinenstr. 34 ist wohl erst ca. 1930 eingerichtet worden. Dabei wurden die Kratzers als erste Bewohner eingetragen. Lt. einer Randnotiz sollen sie dort bereits 1891 eingezogen sein.
Im Mai 1939 verließen sie diese Wohnung. Es ist anzunehmen, dass dies nicht freiwillig geschah. Damit begann die Odysee durch verschiedene Unterkünfte.
15.5.1939 Umzug zur Ruinenstr. 28.
15.10.1939 Umzug zum Sölder Kirchweg 27. Unter dieser Anschrift ist der Tod von Leopold Kratzer vermerkt.
Am 8. 4.1941 musste Mathilde Kratzer in das Haus Stiftstr. 21, einem sogenannten „Judenhaus“ einziehen.
Am 24.3.1942 wurde sie in die städtische Notunterkunft Parsevalstr. 8 eingewiesen. Lt. Eintrag dort kam es noch zu einer weiteren Verlegung in das „Judenhaus“ Williburgstr. 6 in Dortmund-Mengede. Dort konnte aber ein entsprechender Zugangseintrag nicht ermittelt werden.
Auf der Transportliste des Transportes X/I von Dortmund nach Theresienstadt erscheint noch als Abgangsanschrift die Parsevalstr. 8.
Am 29.7.1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert. Handschriftlich wurde in die Transportliste das Datum 9.9.1942 eingetragen.
Lt. Theresienstädter Gedenkbuch und anderen Quellen ist dies ihr Todesdatum.