Nagl, Franz Wilhelm
Aus ErPort
Nagl, Franz Wilhelm
Von Franz Wilhelm Nagl sind bisher nur die wenigen Daten bekannt, die ihren Eingang in die Verlustmeldung und die Todesurkunde gefunden haben, und auch diese sind teilweise widersprüchlich. Selbst die Schreibweise des Nachnamens variiert. Auf der Verlustmeldung erscheint der Nachname Nagel, die Todesurkunde lautet auf Nagl. Da aus der Todesurkunde hervorgeht, dass der Standesbeamte noch eigene Ermittlungen angestellt hat, wurde hier die Schreibweise der Urkunde als zutreffend angesehen. Er wurde am 5. Februar 1916 in Gmunden/Oberdonau geboren, war unverehelicht und lebte im Haus seiner verheirateten Schwester. Nach heutiger Sicht war er Österreicher.
Auf der Verlustmeldung wird sein Dienstrang mit Gefreiter angegeben, an anderer Stelle wird ihm der Rang eines Unteroffiziers zugeordnet. Als letzte Einheit wird die Ersatz-Batterie der Flak-Ersatz-Abteilung in Lüdenscheid bezeichnet. Diese gehörte zum Flak-Ersatz-Regiment 2 das unter dem Kommando des Höheren Kommandeurs des Flak-Ausbildungs- und Flak-Ersatz-Regimenter stand. Die Todesstrafe wurde vom Gericht des Kommandeurs der 22. Flak-Division am 16. März 1944 ausgesprochen. Tatbestände und Gründe sind bisher unbekannt.
Franz Wilhelm Nagel wurde am 15. Juli 1944 in Dortmund hingerichtet. Als Todesort verzeichnet die Todesurkunde das Gerichtsgefängnis. Diese Angabe ist als unzutreffend einzustufen. Weder in der Urkunde noch in der Verlustmeldung wird die Art der Vollstreckung spezifiziert. Lt. einer im Stadtarchiv erstellten Datei war der 15. Juli 1944 kein Hinrichtungstag im Gerichtsgefängnis, sondern der Tag zuvor. Lt. Auskunft des Dortmunder Hauptfriedhofs ist dort als Todeszeitpunkt 6.00 Uhr morgens verzeichnet.
Da Dortmund der Standort größerer Flakeinheiten und wahrscheinlich auch Gerichtssitz war, kann davon ausgegangen werden, dass Franz Wilhelm Nagl nach militärischen Vollstreckungsvorschriften exekutiert und somit in den frühen Morgenstunden des 15. Juli 1944 auf einem der Dortmunder Schießplätze erschossen wurde. Bei dieser Art der Vollstreckung wurde auch gleichzeitig auf den Abschreckungseffekt gezielt, indem man die Exekution vor den Augen angetretener Kameraden vollzog.
Nagl wurde elf Tage später auf dem Dortmunder Hauptfriedhof beigesetzt. Heute befindet sich sein Grab auf dem Ehrenfeld der Kriegs- und Bombenopfer des Dortmunder Hauptfriedhofs.
