Neonazis mit Mandat
Aus ErPort
Neonazis mit Mandat
Die Geschichte rechtsextremer Parteien in der Bundesrepublik
Donnerstag, 04. März 2010, 19.00 Uhr, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Eigentlich ist die Geschichte der rechtsextremen Parteien in der Bundesrepublik schnell erzählt: Kein Geld, ewiger Zwist und die Unlust an politischer Mitgestaltung. Die Provokation ist das Prinzip der eigenen Existenz. Seit über 20 Jahren zeigt sich das so auch in Dortmund: Republikaner, DVU und NPD haben sich im Stadtrat versucht. Ihr Scheitern ist ein Spiegelbild der Deutschlandweiten Entwicklung dieser Parteien. Inzwischen spielt einzig die NPD noch eine gewisse Rolle, als Ostdeutsche Regionalpartei. Unterdessen organisieren sich im Westen die so genannten freien Kräfte zu einer radikalen außerparlamentarischen Opposition von rechts außen. Dieser Vortrag zeigt auf, wie es dazu kam.
Von der Nachkriegszeit, den Resten der NSDAP, zum Aufstieg der NPD unter der ersten großen Koalition in den 60er Jahren – bis zur Sammlung nationalkonservativer Kreise, die sich von der durch Helmut Kohl angekündigten geistig-moralischen Wende mehr Nationalismus versprochen hatten. Im Jahr, als – auch deshalb – die rechtsradikalen Republikaner in den Dortmunder Stadtrat einziehen, fällt schließlich die Mauer: Dahinter war der Staatssozialismus der DDR Humus für rechtsextremistische Parteien, die dort inzwischen professionell agieren.
Vortrag von Olaf Sundermeyer (*1973), in Dortmund aufgewachsen, lebt als recherchierender Journalist und Buchautor in Berlin. Im vergangenen Jahr hat er das Buch „In der NPD“ (gemeinsam mit Christoph Ruf im Verlag C.H. Beck) veröffentlicht, in dem es auch um den Zustand der rechtsextremen Szene im Ruhrgebiet geht.
Kooperation der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit dem Jugendring Dortmund