Lenneberg, Otto

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Otto Lenneberg

Stolpersteinstandort: Do-Aplerbeck, Aplerbecker Markt 6



Stolpersteine am Aplerbecker-Markt 6


Die Familie Lenneberg bestand aus vier Personen:

Vater Otto Lenneberg, * 2.6.1899 in Düsseldorf,

Rel. isr., Geschäftsführer bzw. Kaufmann

Mutter Franziska Karoline Lenneberg, geb. Schneider, * 3.9.1894 in Dortmund,

Rel. ev., vor der Ehe Einkäuferin

Tochter Ursula, * 24.4.1926 in Dortmund

Sohn Walter, * 23.9.1930 in Dortmund


Das Aufgebot für die Eheschließung wurde in Hagen beantragt, die Ehe selbst am 11.4.1925 in Dortmund geschlossen. Als damalige Anschrift der Braut wurde die Kaiserstr. 29 in Hagen angegeben, für den Bräutigam die Lindenstr. in (Gelsenkirchen-)Buer. Bei der Geburt der Tochter Ursula wohnte das Ehepaar noch in Buer in der Westerholter Str. 4. Die Tochter selbst kam aber in Dortmund zur Welt.

Am 8.1.1927 zog das Ehepaar nach Dortmund in die Tewaagstr. 42. Ende Oktober 1928 wechselte die Familie nach Aplerbeck, wo sie fast die nächsten 8 Jahre verbrachte.

Zuerst: vom 30.10.1928 bis 10.7.1933 am Aplerbecker Markt 7/8 dann: vom 10.7.1933 bis 1.7.1936 am Aplerbecker Markt 6

Der Aplerbecker Markt 6 war ihre letzte Dortmunder Anschrift. Danach zog die Familie in die Geburtsstadt des Mannes nach Düsseldorf.

Die Ehefrau war nichtjüdischer Herkunft. Die Angaben in den Hausstandsbücher sind zum Teil widersprüchlich und kaum lesbar, doch ist erkennbar, dass sich die Eltern wohl entschieden hatten , die Kinder im jüdischen Glauben zu erziehen.

Nach den „Nürnberger Gesetzen“ waren die Kinder eigentlich „Halbjuden“, doch wurden sie durch die Religionszugehörigkeit zu „Geltungsjuden“, die wie „Volljuden“ behandelt wurden. Otto Lenneberg lebte eigentlich in einer „bevorrechtigten Ehe“. Warum er und die Kinder trotzdem deportiert wurden, ist unbekannt. Nähere Auskünfte könnte der Bericht der Tochter geben, der aber z. Zt. noch nicht vorliegt.

Otto, Ursula und Walter Lenneberg wurden am 22.7.1942 von Düsseldorf nach Theresienstadt deportiert. Die Mutter musste zurückbleiben. Vater und Sohn wurden am 1.10.1944 nach Auschwitz weitertransportiert und sind seitdem verschollen. Sie dürften sofort nach der Ankunft ermordet worden sein. Auf der Geburtsurkunde von Walter Lenneberg ist vermerkt, dass er am 27.8.1951 vom Amtsgericht Düsseldorf amtlich mit Wirkung 8.5.1945 für tot erklärt wurde.

Auch die Tochter Ursula kam nach Auschwitz, doch erst mit einem Transport am 23.10.1944. Sie wurde befreit, fand ihre Mutter wieder und wanderte mit ihr zusammen in die USA aus.

Otto und Walter Lenneberg wurde Opfer der Shoah.