Pruss, Heinrich

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Pruss, Heinrich

Heinrich Pruss wurde am 28. März 1915 in Vollbüttel bei Leiferde geboren. Er war wohl als Arbeiter bzw. Bauhilfsarbeiter tätig. Im April 1939 zog er, damals noch ledig, nach Dortmund zu. Als er Ende Juli 1939 eine neue Wohnung bezog, war er bereits verheiratet. Ende September 1939 wurde in Dortmund der Sohn Siegfried geboren.

Pruss leistete erstmalig 1934/35 Wehrdienst bei einem Infanterie Regiment in Rastenburg. Seine Beurteilung damals lautete: „Ist etwas langsam, sonst selbständig, ehrlich und eigen. Bescheidener Kamerad. Muß mehr Frische zeigen, zum Unterführer nicht geeignet.“

Vom 3. August bis zum 24. August 1939 nahm er an einer Übung teil und erhielt eine Fachausbildung zum Sanitätsdienst. Einen Monat später wurde er endgültig zur Heeres-Sanitätsstaffel nach Oeventrup eingezogen.

Am 2. Februar wurde er vom Gericht des stellvertretenden Generalkommandos des VI. Armee-Korps wegen „Gehorsamsverweigerung unter erschwerenden Umständen in Tateinheit mit Bedrohung eines Vorgesetzten“ zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Geschehnisse der Folgezeit sind kaum rekonstruierbar, da die entsprechenden Urteile nicht ermittelt werden konnten.

Am 9. Juli 1940 wurde Pruss vom Gericht der gerade in Chemnitz neuaufgestellten Division 174 zum Tode verurteilt. Delikt und Urteilstenor konnten nicht ermittelt werden. Eine letzte amtliche Nachricht kam aus dem Wehrmachtgefängnis Torgau – Nebenstelle Brückenkopf. Demnach ist das Urteil am 9. August 1940 vollstreckt worden. Es kann davon ausgegangen werden, dass er in Torgau erschossen wurde.

Frau und Sohn verließen 1942 Dortmund.