Rosenthal, Agnes
Aus ErPort
Agnes Rosenthal
Stolpersteinstandort: Do-Aplerbeck, Sölder Kirchweg 27
In den Dortmunder Adressbüchern wird bis 1940 als Eigentümer des Hauses Sölder Kirchweg 27 der Metzger Alex Rosenthal, *27.12.1871 geführt. Seit wann er dort wohnte geht aus dem Hausstandsbuch nicht hervor. Eine erste Meldenotiz stammt vom 16.11.1916 und nimmt Bezug auf die Militärzeit von Alex Rosenthal.
Weiterhin wohnten dauerhaft dort:
die Ehefrau Agnes Rosenthal, geb. Schönfeld, * 31.10.1879 Nordstemmen (Gronau a.d. Leine)
sowie
die ledige Berta Rosenthal, *22.6.1867 in Aplerbeck
und seit dem 12.4.1938
die verwitwete Emma Süssenwein , geb. Rosenthal, * 8.2.1877 in Aplerbeck, die von Düsseldorf kommend zuzog.
Alle genannten Personen wurden am 4.4.1941 zur Parsevalstr. 8 umgemeldet.
Kurzfristig wohnten dort auch noch vom 6.3. bis zum 4.4.41die Frau Hedwig Arensberg, geb. Rosenthal , *10.9.1870 in Aplerbeck, mit ihren Töchtern Rosa, *5.8.98 in Holzwickede und Marta, * 20.6.1901 in Aplerbeck, die von der Ruinenstr. 1 zuzogen.
Die Gruppe von sieben Personen, die gemeinsam in die Unterkunft Parsevalstr. 8 einzog, wurde in der Folge in unterschiedliche Richtungen deportiert.
Emma Süssenwein wurde am 27.1.1942 nach Riga deportiert. Das Schicksal teilten Marta und Rosa Arensberg. Im „Rigaer Gedenkbuch“ sind alle drei ohne weitere Angaben in der Totenliste verzeichnet. Sie gelten als verschollen.
Für Hedwig Arensberg ist im Hausstandsbuch der Parsevalstr. 8 ein Deportationsdatum 30.4.1942 verzeichnet (Zamocs-Transport). Dies ist aber eindeutig falsch, da sie auf der Transportliste des Theresienstadt-Transports mit der Abgangsanschrift Parsevalstr. 6 steht.
Für die drei Mitglieder der Familie Rosenthal ist noch eine Abmeldung zur Parsevalstr. 6 am 29.6.1942 verzeichnet, wo sie am 30.6. eingetragen werden.
Am 29.7.1942 werden sie dort mit „nach Osten abgewandert“ abgemeldet. Dies Datum entspricht der Deportation nach Theresienstadt.
Für Agnes und Alex Rosenthal ist dort auch noch die Todeserklärung des Amtsgerichts Dortmund vom 12.7.1950 (Az. 35 II 201-202/50 ) mit Wirkung 8.5.1945 verzeichnet.
Das Theresienstädter Gedenkbuch verzeichnet aber konkrete Todesdaten:
Alex Rosenthal ist in Theresienstadt am 1.4.1944 verstorben.
Seine Frau Agnes wurde am 15.5.1944 nach Auschwitz deportiert. Sie dürfte dort direkt nach der Ankunft ermordet worden sein.
Berta Rosenthal verstarb bereits wenige Wochen nach der Ankunft in Theresienstadt am 17.9.1942.