Sell, Artur
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Sell, Artur
Artur Sell wurde am 20. Januar 1914 in Dortmund geboren. Er war ledig und von Beruf Arbeiter.
Sell erhielt im Frühjar 1937 eine zweimonatige militärische Kurzausbildung beim Infanterie-Regiment 64 in Arnsberg. Am 26. August 1939 wurde er erneut zu diesem Regiment einberufen. Anfang November wurde er zum Infanterie-Regiment 60 versetzt. Diesem Regiment gehörte er offiziell bis zu seinem Lebensende an. Sell zeigte sofort, dass er nicht die mindeste Neigung hatte, sich der militärischen Disziplin zu unterwerfen. Innerhalb von nur fünf Monaten sammelte er fünf Arreststrafen von insgesamt 34 Tagen an. Die Kompanie stellte sogar den Antrag, ihn in eine Feld-Sonderabteilung zu verlegen. Der Antrag musste zurückgestellt werden, weil diese noch nicht aufgestellt worden waren. Seine Führung in und außer Dienst wurde als „mangelhaft“ bewertet.
Seine Einheit lag seit November als Sicherung an der Westgrenze und kam dann beim Westfeldzug seit dem 10. Mai 1940 bis zu dessen Ende zum Einsatz. Sell zeigte lt. Beurteilung dabei Tapferkeit und Mut, solange er daran teilnahm. Nach einem Gefecht am 19. Juni wurde er aber vermisst. Er meldete sich noch in einer Krankensammelstelle, aus der er unter Mitnahme von Einkaufsgeldern verschwand. Nachdem er von einem Kompanieangehörigen in einer Ortschaft gesichtet worden war, ließ man wegen „unerlaubter Entfernung und Unterschlagung“ nach ihm fahnden.
Die Gerichtsakten des Falles konnten bisher nicht ermittelt werden. Was sich in der Folge abspielte lässt sich nur aus dem Urteilstenor, der in Schriftstücken überliefert wurde, erschließen. Wahrscheinlich wurde Sell erst nach längerer Zeit und nach starken Widerstand gefasst. Das Reichskriegsgericht verurteilte Artur Sell am 10. August 1942 wegen Fahnenflucht im Felde und wegen versuchten Mordes zweimal zum Tode. Wegen Anknüpfung landesverräterischer Beziehungen und Feinbegünstigung erhielt wer weiter sechs Jahre Zuchthaus. Die Wehrwürde und die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm aberkannt.
Der Präsident des Reichskriegsgerichts bestätigte am 31. August 1942 das Urteil. Artur Sell wurde am 17. September 1942 im Zuchthaus Brandenburg enthauptet. Er liegt heute auf dem Ehrenfeld der Kriegs- und Bombentoten des Dortmunder Hauptfriedhofs bestattet.


