Spörer, Paul
Aus ErPort
Spörer, Paul
Paul Spörer wurde am 8. Juli 1912 in Dortmund geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Fleischerhandwerk, arbeitete dann aber jahrelang als Melker und Gelegenheitsarbeiter. Er war mehrfach vorbestraft, einmal wegen Körperverletzung, einmal wegen Unterschlagung, dreimal wegen Diebstahls, und viermal wegen Bettelns als er auf der Höhe der Weltwirtschaftskrise auf Wanderschaft gegangen war. Die Taten konzentrierten sich auf die Jahre zwischen 1930 und 1936.
Im Mai 1940 heiratete Paul Spörer. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Am 20. November 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Er tat zuerst Dienst in der Fliegerhorstkommandantur Hagenow, dann wurde er zur 3. Feld-Ausbildungs-Regiment Nr. 3 der Luftwaffe nach Ahlhorn versetzt.
Am 28. April 1942 verurteilte ihn das Feldgericht des Kommandeurs der 8. Flak-Division wegen Rückfalldiebstahls zu neun Monaten Gefängnis. Die Tatbestände waren noch in der Zeit vor seiner Einberufung angesiedelt. 1941 war er als Melker auf dem Hof des Bauern Schulte-Körne beschäftigt. In den Monaten September bis November soll er täglich dort 4 bis 5 Liter Milch aus dem Stall abgezweigt haben , die er entrahmte und dann Butter daraus herstellte, die er mit nach Hause nahm. Auf diese Art soll er etwa fünf Kilo Butter gewonnen haben. Für den Diebstahl eines halben Sackes Gerstenschrot, konnte kein Nachweis erbracht werden.
Auswirkungen auf die Strafe hatte auch die etwas widersprüchliche Beurteilung durch seine letzte Einheit. „Geistig sehr rege, gutes Auffassungsvermögen; gut entwickelt, stämmig, widerstandsfähig; ruhiges Wesen, misstrauisch, ehrgeizig und egoistisch, haltlos, dreist, ordnet sich schlecht unter, planlos, willensschwach, unehrlich, unbeliebt als Kamerad.“ Führung „ungenügend“.
Paul Spörer wurde zur 3. Kompanie der Feldstrafgefangenenabteilung 3 überstellt. Dort verstarb er am 26. September 1942 bei Palaschutino. Lt. Eintrag in seinem Wehrstammbuch wurde er „am 26.9.42 um 10.15 Uhr bei der Begehung eines tätlichen Angriffs auf einem Vorgesetzten durch rechtmäßigen Waffengebrauch erschossen.“
