Steinwache
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Steinwache
Die Steinwache in Dortmund ist eine Mahn- und Gedenkstätte an die Zeit des Nationalsozialismus und beherbergt die ständige Ausstellung "Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945" des Dortmunder Stadtarchivs.
Geschichte
Die Steinwache Dortmund wurde 1906 im wegen seiner Arbeiterschaft schwer kontrollierbaren Dortmunder Norden eingerichtet und war bis 1933 ein Polizeigefängnis. Von 1933 bis 1945 übernahm die Gestapo es, installierte spezielle Folterzellen und hielt in den etwa 50 Haftzellen insgesamt 65.000 Männer und Frauen gefangen, davon 30.000 aus politischen Gründen. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 (Reichspogromnacht) wurden 75% der jüdischen Bevölkerung Dortmunds zunächst zur Steinwache gebracht. Die Insassen wurden dort verhört, misshandelt und gefoltert. Viele wurden von dort aus in ein Konzentrationslager deportiert. Die Steinwache galt als "Hölle Westdeutschlands".Bei den Luftangriffen auf die Dortmunder Innenstadt im zweiten Weltkrieg blieb die Steinwache als einziges Gebäude in der näheren Umgebung merkwürdigerweise unbeschädigt, während sämtliche umliegenden Straßenzüge vollkommen verwüstet wurden. Kratzspuren am Inneren der stählernen Zellentüren zeugen bis heute davon, dass die Inhaftierten während der schweren Angriffe in ihren Zellen eingesperrt geblieben waren.
Aus der Steinwache wurden gegen Ende des Krieges im März 1945 die Inhaftierten zusammengetrieben und im Rombergpark und in der Bittermark ermordet. An diese Verbrechen erinnert heute das Mahnmal Bittermark. Nach 1945 wurde in der Steinwache - mit zum Teil identischer Personalbesetzung - wieder eine Polizeidienststelle eingerichtet und bis 1976 genutzt. Von 1961 - 1989 diente die Steinwache als Obdachlosenheim. Heute ist die Steinwache Mahn- und Gedenkstätte und beherbergt seit Oktober 1992 die ständige Ausstellung "Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945". Für diese Ausstellung wurde die Steinwache historisch rekonstruiert. Zu den Zeitzeugen, die über ihre Inhaftierung berichten konnten, gehörten der Kardinal Johannes Joachim Degenhardt und der Edelweißpirat Kurt Piehl.
Im Innenhof erinnern Stolpersteine an die Opfer: August Dreike, Georg Schmidt, Heinrich Flach, Alfred Hilmer, Eduard Niestatek und Josef Fillo.