Kategorie:Was damals Recht war ...

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"Was damals Recht war..."

Dortmunder Opfer

Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht


Lange Zeit ist das menschenverachtende und blutige Wirken der deutschen Militärjustiz im II. Weltkrieg, verdrängt, vergessen und verfälscht worden. Inzwischen weiß man, dass die deutschen Militär- und Feldgerichte im II Weltkrieg mehr Menschen mit der Todesstrafe belegten und hinrichten ließen, als der Volksgerichtshof und die Sondergericht während der gesamten NS-Zeit zusammen. Die Zahl der Hingerichteten wird insgesamt auf 22.000 geschätzt, ca. zwei Drittel davon wurden wegen Fahnenflucht verurteilt. Selbst die Kapitulation am 8. Mai bedeutete nicht das Ende des Mordens. Mindestens fünf Urteile wurde noch in den Tagen nach Kriegsende vollstreckt.

Dabei sind die vollstreckten Todesurteile nur die Spitze des Eisberges. Die Opfer des Wehrmachtstrafvollzuges, der teilweise unter kz-ähnlichen Bedingungen stattfand, die Opfer der Feldstraf- und die Bewährungseinheiten lassen sich wahrscheinlich nie mehr genau beziffern. Und viele, die überlebten, waren gezeichnet fürs Leben.

Die Opfer wurden verdrängt, vergessen, diffamiert und galten weiterhin als rechtmäßig verurteilt und vorbestraft. Es sollte 35 Jahre dauern, ehe die Thematik überhaupt öffentlich diskutiert wurde. Sieben Jahre später erst erhielt durch das Werk von Manfred Messerschmidt und Fritz Wüllner „Die Wehrmachtsjustiz im Dienste des Nationalsozialismus - Zerstörung einer Legende“ diese Diskussion eine anerkannte historische Basis. Erst am 17.Mai 2002 kam es zur pauschalen Rehabilitation von ausgeklammerten Personengruppen (Homosexuelle, Deserteure und andere bis dato nicht-rehabilitierte Opfergruppen) durch den deutschen Bundestag. Aber noch immer ausgeschlossen sind die, die wegen Kriegs- Landes- oder Hochverrats verurteilt wurden.



Dortmunder Opfer

In Dortmund hinterließ das Wüten der Militärjustiz in zweifacher Hinsicht Spuren.

Da das Dortmunder Gerichtsgefängnis von Mai 1943 bis Anfang Januar 1945 zu den zentralen Hinrichtungsstätten des Reiches gehörte und auch Wehrmachtstandort von Großkampfverbänden mit eigenen Kriegsgerichten war, wurde hier eine erhebliche Anzahl von Todesurteilen der Militärjustiz vollstreckt. 53 in Dortmund hingerichtete Opfer sind inzwischen namentlich bekannt.

Eine Anzahl Dortmunder, die der Wehrmacht angehörten, kamen in Konflikt mit der Wehrmachtjustiz und wurden bei der Fahndung, während des Verfahrens oder nach einem Urteil getötet. Ihre genau Zahl wird wohl nicht mehr zu ermitteln sein. Auch hier konnten bisher 56 hingerichtete Dortmunder namentlich ermittelt werden.


Vom 04.04. - 24.05.2009 war die Ausstellung "Was damals Recht war" im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu besichtigen. Was damals Recht war: Themenbereiche


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